Bewertung · Leipzig

Zinshaus in Leipzig bewerten

Kurz: Der Wert eines vermieteten Zinshauses in Leipzig ergibt sich aus der Jahresnettomiete multipliziert mit dem marktüblichen Vervielfältiger von 18 bis 25. Für ein Haus mit 600 m² Wohnfläche sind das 991.440 € bis 1.377.000 € Wo ein konkretes Objekt in dieser Spanne landet, entscheiden Zustand, Lage und Mietniveau. Rechne unten durch, welcher Faktor für deins gilt.
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Rechenweg

Ertragswert in Leipzig – Schritt für Schritt

Das Ertragswertverfahren ist bei vermieteten Mehrfamilienhäusern das führende Verfahren: Der Käufer erwirbt einen Zahlungsstrom, nicht eine Bausubstanz. Die Kurzform, mit der Marktteilnehmer arbeiten, lautet Jahresnettomiete × Vervielfältiger.

Wohnfläche (Annahme)
600 m²

Typisches kleineres Zinshaus, 8–10 Wohneinheiten

Bestandsmiete je m²
7,65 €/m²

85 % der Durchschnittsmiete von 9 €/m² in Leipzig – Bestandsmieten liegen unter der Neuvermietung

Jahresnettomiete
55.080 €

600 m² × 7,65 €/m² × 12 – kalt, ohne Betriebskosten

Vervielfältiger Leipzig
18 – 25

Marktüblich für vermietete Mehrfamilienhäuser im mittleren Zustand

Ertragswert-Bandbreite
991.440 € – 1.377.000 €

Entspricht 4,0 % bis 5,5 % Bruttomietrendite

Diese Kurzform ist die Marktkonvention, nicht das normierte Verfahren. Das Ertragswertverfahren nach §§ 27–34 ImmoWertV trennt Boden- und Gebäudeertragswert, zieht Bewirtschaftungskosten ab und diskontiert über die Restnutzungsdauer mit dem Liegenschaftszinssatz. Für eine erste Einordnung liefert die Faktormethode dasselbe Ergebnis; für ein Gutachten gegenüber Finanzamt, Gericht oder Bank reicht sie nicht.

Rendite eines Zinshauses in Leipzig

Kaufpreis und Miete anpassen – Grunderwerbsteuer für Sachsen und Bewirtschaftung rechnet der Rechner mit.

Eigenkapital, Zins und Tilgung ergänzen den Cashflow und die Eigenkapitalrendite.

Ergebnis
Jahresnettomiete
55.200 €
Kaufnebenkosten (10,57 %)
125.149 €
Gesamtinvestition
1.309.149 €
NOI (nach 20,0 % Bewirtschaftung)
44.160 €

Bruttomietrendite

4,66 %

Nettomietrendite

3,37 %

Marktübliche Rendite in A-Lagen – Eigenkapitalrendite und Steuereffekt entscheiden über das Ergebnis.

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Der Quickrechner zeigt zwei Kennzahlen – die App rechnet zehn Stufen, inklusive Steuern, Cashflow und Exit-Strategie.

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Bewirtschaftung pauschal mit 20,0 % der Jahresmiete angesetzt (Daumengröße für Hausgeld, Instandhaltung und Mietausfall). Notar & Grundbuch mit 1,5 % vom Kaufpreis geschätzt – die GNotKG-Gebühren sind degressiv, ein fester Prozentsatz ist immer nur eine Näherung. Maklerprovision bei aktivierter Option mit 3,57 % als Käuferanteil. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte gilt die Deckelung der §§ 656c/656d BGB nicht – angesetzt ist deshalb der volle ortsübliche Käuferanteil, nicht die Hälfte der Gesamtcourtage. Berechnung ist eine Orientierung, keine Anlageberatung.

Szenarien

Wo im Korridor liegt dein Objekt?

Derselbe Mietertrag, drei Zustände – der Faktor entscheidet über 385.560 € Unterschied.

Zustand & LageFaktorErtragswertBruttorendite
Sanierungsbedarf, Mieten unter Spiegel18991.440 €5,556 %
Mittlerer Zustand, marktübliche Mieten21,51.184.220 €4,651 %
Gepflegt, gute Lage, Mieten am Spiegel251.377.000 €4,0 %
Lage

Mietniveau nach Stadtteil in Leipzig

Die Lage wirkt zweifach auf den Wert: über die erzielbare Miete und über den Faktor, den Käufer zu zahlen bereit sind. Beide Effekte multiplizieren sich.

StadtteilMiete je m²Charakter
Zentrum-Süd1114Karli-Achse, Restaurants, höchste Innenstadtmieten.
Plagwitz1013Kreativwirtschaft, ehemalige Industrieflächen, Aufwerter Nr. 1.
Schleußig1114Bürgerliches Familienviertel, Auwald-Nähe, sehr gefragt.
Connewitz912Alternativ geprägt, politisch sensible Mieter­struktur.
Gohlis912Klassisches Gründerzeit-Viertel, Familien und Senioren.
Reudnitz811Aufholer im Osten, deutliches Wertsteigerungs-Potenzial.

Quelle: Mietspiegel der Stadt Leipzig (qualifiziert) (2025). Leipziger Mietspiegel wird alle 2 Jahre erhoben. Mietpreisbremse gilt seit 2022 in ganz Leipzig. Kappungs­grenze 15 % in 3 Jahren. Modernisierungs­umlage gedeckelt auf 3 €/m² über 6 Jahre.

Werttreiber

Was den Faktor in Leipzig bewegt

  • Mietniveau gegen Mietspiegel. Der größte Hebel. Ein Euro je m² Differenz sind bei 600 m² schon 7.200 € Jahresmiete – mit Faktor 25 multipliziert 180.000 € Wert. Untervermietete Häuser sind deshalb nicht automatisch billig, sondern oft die besseren Käufe.
  • Restnutzungsdauer und Sanierungsstand. Dach, Fassade, Heizung und Leitungen. Ein anstehender Heizungstausch nach GEG wird von Käufern direkt vom Preis abgezogen, nicht über den Faktor eingepreist.
  • Kaufnebenkosten für die Käuferseite. In Sachsen sind das 5,5 % Grunderwerbsteuer, insgesamt 10,57 %. Was der Käufer an Nebenkosten aufbringt, fehlt ihm im Kaufpreis – hohe Grunderwerbsteuer drückt tendenziell den Faktor.
  • Rechtliche Lasten. Erbbaurecht, Wegerechte, Denkmalschutz, Milieuschutz und Vorkaufsrechte. Mietniveau weiter unter A-Städten – daraus ergeben sich höhere Renditen, aber auch geringere absolute Mieteinnahmen pro Wohnung. Hohe Sanierungsdichte, viele Gründerzeit­häuser unter Denkmalschutz (höhere AfA).

Lokale Besonderheiten in Leipzig

  • Hohe Denkmal-AfA-Quote: viele Gründerzeit­häuser mit § 7i EStG-Bescheinigung – 9 % Sanierungs-AfA über 8 Jahre, danach 7 % über 4 Jahre.
  • Sächsische GrESt 5,5 % moderat; Maklerprovision branchenüblich 3,57 % je Partei.
  • Mietspiegel-Spannen relativ schmal – Mietpreisbremsen-Toleranz von 10 % limitiert Anhebungen bei Neuvermietung.
  • Stadt­erweiterungs­zonen: Eutritzsch und Möckern an der Parthe profitieren von neuer S-Bahn-Anbindung; Faktor-Aufholer.
Nach der Bewertung

Bewerten, halten oder verkaufen?

Eine Bewertung ist keine Verkaufsentscheidung. Vor einem Verkauf stehen zwei Fragen, die den Nettoerlös stärker bewegen als der letzte Faktorpunkt: die Spekulationsfrist nach § 23 EStG – innerhalb von zehn Jahren ist der Gewinn voll steuerpflichtig – und die Frage, ob im Ganzen oder nach Aufteilung verkauft wird.

Häufige Fragen

Zinshaus Leipzig bewerten – FAQ

Wie berechne ich den Wert eines Zinshauses in Leipzig?
Im Ertragswertverfahren: Jahresnettomiete × Vervielfältiger. In Leipzig liegt der marktübliche Faktor für ein vermietetes Mehrfamilienhaus im mittleren Zustand zwischen 18 und 25. Bei einem Haus mit 600 m² Wohnfläche und 7,65 €/m² Bestandsmiete ergibt das eine Jahresnettomiete von 55.080 € und einen Verkehrswert zwischen 991.440 € und 1.377.000 €. Die Spanne bildet Lage, Zustand und Restnutzungsdauer ab.
Welcher Vervielfältiger ist in Leipzig realistisch?
18 bis 25. Den oberen Wert erreichen Objekte in Zentrum-Süd oder Plagwitz mit gepflegter Substanz und Mieten nahe dem Mietspiegel. Am unteren Ende stehen Häuser mit Sanierungsstau, hohem Leerstand oder Mieten deutlich unter Marktniveau. Der Kehrwert des Faktors ist die Bruttomietrendite: 25 entspricht 4,0 %, 18 entspricht 5,5 %.
Kann ich mein Zinshaus in Leipzig kostenlos bewerten lassen?
Eine erste Einordnung bekommst du ohne Kosten und ohne Maklerkontakt: Jahresnettomiete mit dem lokalen Faktor multiplizieren. Die Zinshaus-App rechnet zusätzlich den Sachwert (Bodenrichtwert × Grundstücksfläche plus Gebäudewert) und gibt eine Marktwert-Bandbreite aus beiden Verfahren aus. Ein Verkehrswertgutachten nach ImmoWertV – verbindlich gegenüber Finanzamt, Gericht oder Bank – ersetzt das nicht; dafür braucht es einen zertifizierten Sachverständigen.
Ertragswert oder Sachwert – was zählt in Leipzig?
Bei einem vermieteten Zinshaus ist der Ertragswert das führende Verfahren, weil der Käufer den Zahlungsstrom kauft, nicht die Bausubstanz. Der Sachwert dient als Plausibilitätskontrolle und wird dann relevant, wenn er den Ertragswert deutlich übersteigt – etwa bei stark untervermieteten Objekten in guten Lagen oder wenn Aufteilungs- oder Abrisspotenzial im Raum steht. Bei Leipzig mit Faktoren um 18–25 ist das vor allem in Zentrum-Süd ein Thema.
Was mindert den Wert eines Zinshauses in Leipzig?
Mieten unter dem Mietspiegel (jeder Euro Differenz je m² schlägt mit dem Faktor multipliziert durch), Sanierungsstau bei Dach, Fassade und Heizung, eine kurze Restnutzungsdauer, Erbbaurecht statt Eigentum, laufende Mietstreitigkeiten und Leerstand. Mietniveau weiter unter A-Städten – daraus ergeben sich höhere Renditen, aber auch geringere absolute Mieteinnahmen pro Wohnung. Hohe Sanierungsdichte, viele Gründerzeit­häuser unter Denkmalschutz (höhere AfA).
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Leipzig?
In Sachsen fallen 5,5 % Grunderwerbsteuer an; mit Notar, Grundbuch und Maklercourtage summieren sich die Kaufnebenkosten auf 10,57 % des Kaufpreises. Für den Käufer sind sie Teil der Investitionssumme und drücken die Nettorendite – für den Verkäufer sind sie insofern relevant, als sie die Zahlungsbereitschaft der Käuferseite begrenzen.
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Ertragswert und Sachwert nebeneinander.

Die App rechnet für Leipzig beide Verfahren, zieht den Bodenrichtwert automatisch und gibt eine Marktwert-Bandbreite statt einer Scheingenauigkeit aus.