Mietrendite berechnen – Formel, Faustregeln, Rechner
Die einfachste Formel zuerst
Formel
Bruttomietrendite = Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis × 100
Beispiel: 1.500 €/Monat ergeben 18.000 € Jahresnettomiete. Bei 360.000 € Kaufpreis sind das 5,0 % Bruttomietrendite – Faktor 20.
Die Bruttomietrendite ist die schnelle Erstprüfung: Sie sagt dir, ob ein Objekt überhaupt im Korridor liegt, in dem ein Investment rechnen kann. Sie ignoriert allerdings drei wesentliche Posten:
- Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 %, Notar & Grundbuch rund 1,5 %, Makler 3,57 % – bei Mehrfamilienhäusern ohne die Deckelung der §§ 656c/656d BGB auch mehr) – drücken die effektive Rendite je nach Bundesland um 0,3–0,7 Prozentpunkte
- Bewirtschaftung (Hausgeld, Instandhaltungsrücklage, Mietausfall, Verwalter) – typisch 15–25 % der Jahresmiete
- Finanzierung (Zins, Tilgung) – entscheidet über Cashflow und Eigenkapitalrendite
Mietrendite-Rechner – Brutto und Netto
Trage Kaufpreis, Monatsmiete und Bundesland ein. Bruttomietrendite live, Nettomietrendite mit Kaufnebenkosten und 20 % Bewirtschaftung.
Eigenkapital, Zins und Tilgung ergänzen den Cashflow und die Eigenkapitalrendite.
- Jahresnettomiete
- 18.000 €
- Kaufnebenkosten (11,07 %)
- 49.815 €
- Gesamtinvestition
- 499.815 €
- NOI (nach 20,0 % Bewirtschaftung)
- 14.400 €
Bruttomietrendite
4,00 %
Nettomietrendite
2,88 %
Marktübliche Rendite in A-Lagen – Eigenkapitalrendite und Steuereffekt entscheiden über das Ergebnis.
Bewirtschaftung pauschal mit 20,0 % der Jahresmiete angesetzt (Daumengröße für Hausgeld, Instandhaltung und Mietausfall). Notar & Grundbuch mit 1,5 % vom Kaufpreis geschätzt – die GNotKG-Gebühren sind degressiv, ein fester Prozentsatz ist immer nur eine Näherung. Maklerprovision bei aktivierter Option mit 3,57 % als Käuferanteil. Kauft ein Verbraucher eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus, darf der Käuferanteil nach §§ 656c/656d BGB die Hälfte der Gesamtcourtage nicht übersteigen – dieser Rechner setzt den gedeckelten Satz an. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte gilt die Grenze nicht, dort kann der volle ortsübliche Käuferanteil vereinbart werden. Berechnung ist eine Orientierung, keine Anlageberatung.
Die ehrlichere Zahl
Formel
NOI ÷ Gesamtinvestition × 100
NOI = Jahresnettomiete − Bewirtschaftung. Gesamtinvestition = Kaufpreis + Kaufnebenkosten. Typischer Abstand zur Bruttomietrendite: 1,0–1,5 Prozentpunkte nach unten.
Die Nettomietrendite ist die Zahl, mit der du Objekte fair vergleichen kannst – egal in welchem Bundesland, egal welcher Verwaltungsaufwand. Banken, Steuerberater und erfahrene Investoren nehmen ausschließlich diese Größe als Basis.
Welche Mietrendite ist wo realistisch?
Mietrendite ohne Lagebezug ist eine sinnlose Zahl. Eine 4 %-Rendite in München ist ein gutes Investment, in Görlitz ist sie ein Verlust – weil das Risiko anders ist. Typische Spannweiten 2026:
| Lage | Brutto | Netto | Faktor |
|---|---|---|---|
| A-Lage | 3,1–4,0 % | 2,2–3,1 % | 25–32 |
| B-Stadt | 3,6–4,5 % | 2,7–3,5 % | 22–28 |
| B-Lage | 4,2–5,5 % | 3,2–4,5 % | 18–24 |
| C-Lage | 5,0–7,1 % | 3,8–5,5 % | 14–20 |
Vier Renditegrößen, die du kennen solltest
- Bruttomietrendite – schnelle Erstprüfung
- Nettomietrendite – fairer Vergleich zwischen Objekten und Lagen
- Eigenkapitalrendite – Cashflow nach Finanzierung ÷ Eigenkapital. Hebel macht die Rendite groß
- Nachsteuerrendite – was am Ende beim Privatinvestor ankommt. AfA, Werbungskosten, persönlicher Steuersatz
Profi-Investoren ergänzen das mit NOI, DSCR, LTV, IRR und NPV – Bankensprache und Zeitwert. Alle Größen findest du in der Zinshaus App, parallel gerechnet aus den gleichen Eingabedaten.
Fragen rund um die Mietrendite
- Wie wird die Bruttomietrendite berechnet?
- Bruttomietrendite = Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis × 100. Beispiel: 18.000 € Jahresnettomiete bei 360.000 € Kaufpreis ergibt 5,0 % Bruttomietrendite. Die Bruttomietrendite ist eine schnelle Daumengröße – sie ignoriert Kaufnebenkosten, Bewirtschaftungskosten und Finanzierung.
- Was unterscheidet die Nettomietrendite von der Bruttogröße?
- Die Nettomietrendite zieht die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler – typisch 8–13 %) von der Investition und die Bewirtschaftungskosten (Hausgeld, Instandhaltung, Mietausfall – typisch 20 % der Jahresmiete) von der Miete ab. Sie ist die ehrlichere Zahl: typischerweise 1,0 bis 1,5 Prozentpunkte unter der Bruttomietrendite.
- Was ist eine gute Mietrendite für eine Anlageimmobilie?
- In A-Lagen (München, Hamburg, Berlin) gelten 3,1–4,0 % brutto als marktüblich. B-Städte erreichen 3,6–4,5 %, B-Lagen 4,2–5,5 %, C-Lagen 5,0–7,1 %. Entscheidend ist aber die Eigenkapital- und Nachsteuerrendite – die kann auch bei niedriger Bruttomietrendite zweistellig sein, wenn Hebel und AfA passen.
- Welche Mietrendite-Faustformel gibt es noch?
- Der Vervielfältiger (Kaufpreis ÷ Jahresnettomiete) ist die inverse Bruttomietrendite. Faktor 25 entspricht 4 % Mietrendite, Faktor 20 entspricht 5 %. Profis sprechen häufiger über Faktoren als über Prozente – Zinshaus zeigt beide parallel.
- Wie hoch sollte die Eigenkapitalrendite sein?
- Eine fremdfinanzierte Kapitalanlage rentiert sich in der Regel ab 6 % Eigenkapitalrendite vor Steuern. Mit AfA, Werbungskosten und persönlicher Steuer sind nach Steuer 4–10 % bei vermieteten Wohnimmobilien realistisch. Zinshaus rechnet IRR und NPV über die gesamte Halteperiode – die fairste Vergleichsbasis.
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Brutto- und Nettomietrendite zeigen dir, ob ein Objekt überhaupt eine Bewertung wert ist. Eigenkapital-, Nachsteuer- und IRR-Renditen sagen dir, ob es sich lohnt – die App rechnet alle parallel.