Grunderwerbsteuer Niedersachsen 2026: 5,0 %
5,0 % auf den Kaufpreis – drei Beispiele
Bemessungsgrundlage ist nach § 8 Abs. 1 GrEStG die Gegenleistung. In aller Regel ist das der beurkundete Kaufpreis; mitverkauftes Inventar darf abgezogen werden.
| Kaufpreis | Grunderwerbsteuer (5,0 %) | Kaufnebenkosten ohne Makler (6,5 %) | Mit Makler (11,26 %) |
|---|---|---|---|
| 250.000 € | 12.500 € | 16.250 € | 28.150 € |
| 350.000 € | 17.500 € | 22.750 € | 39.410 € |
| 800.000 € | 40.000 € | 52.000 € | 90.080 € |
Die Maklercourtage von 4,76 % ist der ortsübliche Käuferanteil für ein Mehrfamilienhaus. Kauft ein Verbraucher eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus, begrenzen die §§ 656c/656d BGB seinen Anteil zusätzlich auf die Hälfte der Gesamtcourtage. Notar und Grundbuch sind mit 1,5 % angesetzt – die GNotKG-Tabelle B ist degressiv, bei großen Kaufpreisen liegt der reale Anteil darunter.
Kaufnebenkosten Niedersachsen berechnen
Kaufpreis eintragen – 5,0 % Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Maklercourtage sind für Niedersachsen hinterlegt.
Eigenkapital, Zins und Tilgung ergänzen den Cashflow und die Eigenkapitalrendite.
- Jahresnettomiete
- 19.200 €
- Kaufnebenkosten (11,26 %)
- 39.410 €
- Gesamtinvestition
- 389.410 €
- NOI (nach 20,0 % Bewirtschaftung)
- 15.360 €
Bruttomietrendite
5,49 %
Nettomietrendite
3,94 %
Solide Bruttomietrendite – Zinshaus rechnet darauf die Eigenkapitalrendite, AfA und Cashflow.
Bewirtschaftung pauschal mit 20,0 % der Jahresmiete angesetzt (Daumengröße für Hausgeld, Instandhaltung und Mietausfall). Notar & Grundbuch mit 1,5 % vom Kaufpreis geschätzt – die GNotKG-Gebühren sind degressiv, ein fester Prozentsatz ist immer nur eine Näherung. Maklerprovision bei aktivierter Option mit 4,76 % als Käuferanteil. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte gilt die Deckelung der §§ 656c/656d BGB nicht – angesetzt ist deshalb der volle ortsübliche Käuferanteil, nicht die Hälfte der Gesamtcourtage. Berechnung ist eine Orientierung, keine Anlageberatung.
Seit wann gelten 5,0 % in Niedersachsen?
5,0 % seit 2014. Zitierfest ist Abschnitt 1 Abs. 2 – Absatz 1 enthält weiterhin den historischen 4,5-%-Satz für 2011 bis 2013 und wird leicht für geltendes Recht gehalten.
- Aktueller Satz
- 5,0 %
- Gilt seit
- 01.01.2014
- Vorheriger Satz
- 4,5 % – bis zum 01.01.2014
- Rechtsgrundlage
- GrEStFG (VORIS 62100) vom 17.12.2010, Abschnitt 1 Abs. 2
- Amtliche Quelle
- voris.wolterskluwer-online.de
- Stand der Prüfung
- 15. August 2026
Maßgeblich für den Satz ist der Tag, an dem der Erwerbsvorgang verwirklicht wird – also die notarielle Beurkundung. Wer vor einem Stichtag beurkundet und erst danach ins Grundbuch eingetragen wird, zahlt noch den alten Satz.
Grunderwerbsteuer in Hannover, Braunschweig, Osnabrück & Co.
Die Grunderwerbsteuer ist reine Landessache – es gibt keine kommunalen Zuschläge. In Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg und Göttingen gilt derselbe Satz von 5,0 % wie im gesamten Land Niedersachsen. Was sich zwischen den Städten unterscheidet, sind Kaufpreise, Mieten und damit die Rendite – nicht die Steuer.
Wie viel wäre es in einem anderen Bundesland?
| Bundesland | Satz | Auf 350.000 € Kaufpreis | Differenz zu Niedersachsen |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 5,0 % | 17.500 € | ±0 € |
| Rheinland-Pfalz | 5,0 % | 17.500 € | ±0 € |
| Sachsen-Anhalt | 5,0 % | 17.500 € | ±0 € |
| Thüringen | 5,0 % | 17.500 € | ±0 € |
Grunderwerbsteuer Niedersachsen – FAQ
- Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer 2026 in Niedersachsen?
- Die Grunderwerbsteuer in Niedersachsen beträgt 5,0 % vom Kaufpreis. Auf 350.000 € sind das 17.500 €. Der Satz gilt seit dem 01.01.2014 und ist zum 15. August 2026 unverändert in Kraft. Rechtsgrundlage: GrEStFG (VORIS 62100) vom 17.12.2010, Abschnitt 1 Abs. 2.
- Wann wird die Grunderwerbsteuer in Niedersachsen fällig?
- Der Steueranspruch entsteht mit dem notariellen Kaufvertrag – nicht mit der Übergabe und nicht mit der Grundbucheintragung. Der Notar meldet den Vorgang dem Finanzamt, das dem Käufer einen Steuerbescheid schickt, üblicherweise innerhalb von vier bis acht Wochen. Erst nach Zahlung erteilt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung; ohne sie erfolgt keine Eintragung als Eigentümer.
- Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Niedersachsen?
- 5,0 % Grunderwerbsteuer plus rund 1,5 % für Notar und Grundbuch ergeben 6,5 % ohne Makler. Mit der ortsüblichen Käufercourtage von 4,76 % für ein Mehrfamilienhaus sind es 11,26 %. Bei einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus, die ein Verbraucher kauft, begrenzen die §§ 656c/656d BGB den Käuferanteil zusätzlich auf die Hälfte der Gesamtcourtage.
- Welcher Satz gilt in Niedersachsen für einen Kauf aus einem früheren Jahr?
- Maßgeblich ist der Tag des notariellen Vertragsschlusses. Für Erwerbsvorgänge vor dem 01.01.2014 galten 4,5 %, seitdem 5,0 %. Ein Kauf, der vor dem Stichtag beurkundet und erst danach ins Grundbuch eingetragen wurde, wird noch mit dem alten Satz besteuert.
- Kann ich die Grunderwerbsteuer in Niedersachsen absetzen?
- Bei einer vermieteten Immobilie gehört die Grunderwerbsteuer zu den Anschaffungsnebenkosten. Sie wird anteilig dem Gebäudewert zugeschlagen und über die AfA abgeschrieben – bei einem Gebäudeanteil von 80 % und 2,0 % linearer AfA also über 50 Jahre. Sofort als Werbungskosten abziehbar ist sie nicht. Bei Selbstnutzung ist sie gar nicht absetzbar.
- Lässt sich die Grunderwerbsteuer in Niedersachsen senken?
- Bemessungsgrundlage ist nach § 8 Abs. 1 GrEStG die Gegenleistung – nicht automatisch der volle Kaufpreis. Mitverkaufte bewegliche Sachen (Einbauküche, Markisen, Gartengeräte) sind keine Gegenleistung für das Grundstück und dürfen abgezogen werden, wenn sie im Notarvertrag einzeln mit realistischen Zeitwerten ausgewiesen sind. Bei 5,0 % spart ein abgesetztes Inventar von 15.000 € rund 750 €. Eine Erhaltungsrücklage der WEG mindert die Bemessungsgrundlage ebenfalls.
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