Cashflow Immobilie berechnen — Formel, Beispiel, Praxis
Cashflow ist nicht gleich Cashflow
Bei vermieteten Immobilien existieren drei relevante Cashflow-Größen, die in der Praxis häufig vermischt werden:
| Größe | Berechnung | Wofür? |
|---|---|---|
| Brutto-Cashflow | Miete − Bewirtschaftung | NOI, Bank-Sicht |
| Cashflow vor Steuer | Brutto − Zins − Tilgung | Liquiditäts-Sicht des Investors |
| Cashflow nach Steuer | + AfA-Steuerersparnis | Echte Rendite des Privatinvestors |
Die vollständige Cashflow-Rechnung
Cashflow nach Steuer
Jahresnettomiete
− Bewirtschaftung (Hausgeld, Reparatur, Verwalter, Mietausfall)
− Zins
− Tilgung
+ AfA × Steuersatz
− Steuer auf Mietüberschuss
Die letzten beiden Posten sind oft verwirrend: AfA reduziert den steuerlichen Gewinn (Steuerersparnis), Tilgung erhöht ihn nicht (keine Werbungskosten). Häufig ergibt sich ein steuerlicher Verlust bei gleichzeitig positivem Cashflow — das ist das Ziel guter Steueroptimierung.
Anlageimmobilie 350.000 € — durchgerechnet
Eingaben
Kaufpreis 350.000 € (NRW · Bestandshaus 1995)
Eigenkapital 100.000 € · Darlehen 280.000 €
Zinssatz 3,5 % · Tilgung 2,0 % · Zinsbindung 15 Jahre
Sollmiete 1.500 €/Monat = 18.000 €/Jahr
Bewirtschaftung 25 % der Miete = 4.500 €/Jahr
AfA 2 % auf 286.000 € Gebäudewert = 5.720 €/Jahr
Persönlicher Steuersatz 42 %
| Position | Betrag |
|---|---|
| Mieteinnahmen brutto | +18.000 € |
| Bewirtschaftung (25 %) | −4.500 € |
| Brutto-Cashflow / NOI | +13.500 € |
| Zinsen (3,5 % auf 280.000 €) | −9.800 € |
| Tilgung (2,0 % auf 280.000 €) | −5.600 € |
| Cashflow vor Steuer | −1.900 € |
| Steuerlicher Gewinn (Mieten − Bewirt. − Zins − AfA) | −2.020 € |
| Steuerersparnis (42 % auf 2.020 €) | +848 € |
| Cashflow nach Steuer | −1.052 € |
Ergebnis: Diese Immobilie hat negativen Cashflow vor und nach Steuer — der Investor zahlt 88 € pro Monat drauf. Das ist nicht automatisch schlecht: Die 5.600 € Tilgung pro Jahr sind Vermögensaufbau, plus mögliche Wertentwicklung. Aus reiner Cashflow-Sicht ist das Investment aber kein Selbstläufer — und nur mit gutem laufendem Einkommen tragbar.
Wann der Cashflow positiv wird
- Höhere Mietrendite — Wechsel von 4 % auf 5 % Bruttomietrendite hebt den Cashflow um 3.500 € pro Jahr (auf 350.000 € Kaufpreis).
- Niedrigere Tilgung — von 2,0 % auf 1,0 % spart 2.800 € Cashflow pro Jahr, dafür 30 statt 23 Jahre Laufzeit.
- Mehr Eigenkapital — 30 % statt 20 % EK reduziert Zinsen um ~1.200 € und Tilgung um 1.400 € pro Jahr.
- Niedrigerer Zins — Wechsel von 3,5 % auf 2,5 % spart 2.800 € pro Jahr.
Eine Kombination aus 5 % Mietrendite, 1,5 % Tilgung und 30 % Eigenkapital macht aus dem obigen Beispiel ein klar positiv cashflowendes Investment. Die Zinshaus App zeigt diese Wirkungsketten live durch parallel rechnende Szenarien.
Cashflow — FAQ
- Wie wird der Cashflow einer Immobilie berechnet?
- Cashflow vor Steuer = Jahresnettomiete − Bewirtschaftungskosten − Zinsen − Tilgung. Beispiel: 18.000 € Miete − 4.500 € Bewirtschaftung − 7.000 € Zins − 2.500 € Tilgung = 4.000 € Cashflow vor Steuer pro Jahr. Cashflow nach Steuer addiert die AfA-Steuerersparnis dazu (typisch 1.500–2.500 €). Die Tilgung ist dabei buchhalterisch kein Aufwand, sondern Vermögensaufbau.
- Was ist der Unterschied zwischen Cashflow und Gewinn?
- Cashflow ist die tatsächliche Geldbewegung — Mieteinnahme minus Bargeldausgabe. Gewinn (im steuerlichen Sinn) ist Mieteinnahme minus Werbungskosten und AfA. Tilgung ist Cashflow-Ausgabe, aber kein steuerlicher Aufwand. AfA ist steuerlicher Aufwand, aber keine Cashflow-Ausgabe. Ergebnis: Steuerlicher Verlust kombiniert mit positivem Cashflow ist möglich — und genau das Ziel guter Steueroptimierung.
- Welcher Cashflow ist gut?
- Bei vermieteten Anlageimmobilien gilt: Positiver Cashflow vor Steuer ist konservativ, Cashflow nahe null mit positivem Cashflow nach Steuer ist üblich, leicht negativer Cashflow vor Steuer mit positivem Cashflow nach Steuer ist akzeptabel bei hoher Tilgung. Stark negativer Cashflow nach Steuer ist Warnsignal — die Immobilie zahlt sich nicht selbst, der Investor zahlt monatlich drauf in der Hoffnung auf Wertsteigerung.
- Wie wirkt die Tilgung auf den Cashflow?
- Tilgung reduziert den Cashflow und gleichzeitig die Restschuld. Eine 2 %-Tilgung auf 280.000 € Darlehen sind 5.600 € pro Jahr — die fehlen auf dem Konto, aber sie reduzieren die Schuld. Höhere Tilgung = niedrigerer Cashflow, schnellere Entschuldung. Niedrigere Tilgung = höherer Cashflow, langsamere Entschuldung. Bei langer Halteperiode (>15 Jahre) ist höhere Tilgung meist die wirtschaftlich bessere Wahl.
- Was passiert mit dem Cashflow bei steigenden Zinsen?
- Während der Zinsbindung: nichts — der Zinssatz ist fix. Nach Ablauf der Zinsbindung kann ein Anstieg von z. B. 1,5 auf 4,0 % auf 250.000 € Restschuld den jährlichen Zinsaufwand um 6.250 € erhöhen. Aus 4.000 € positivem Cashflow wird 2.250 € negativer. Genau dafür existiert das Stresstesting in der Zinshaus App: kritische Zinssätze und Mietausfall-Quoten werden automatisch ausgewiesen.
- Wie berücksichtige ich Mietausfall im Cashflow?
- Konservative Annahme: 5–10 % Mietausfall pro Jahr ist eine vernünftige Pauschale für deutsche Großstädte mit guter Mieterstruktur. In B-/C-Lagen oder bei studentischer Vermietung sind 10–15 % realistisch. Die Zinshaus App nutzt 5 % als Default — das deckt Standardmieterwechsel mit 1–2 Monaten Leerstand ab. Wer ein einzelnes Objekt hält, sollte zusätzlich Liquiditätsreserve halten.
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Cashflow vor und nach Steuer — live in der App.
Die Zinshaus App rechnet beide Cashflow-Größen parallel — inklusive Stresstests für Zinsanstieg und Mietausfall.