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Anlageimmobilie vs. ETF — was rentiert besser?

Kurz: Über 30 Jahre liefern global gestreute Aktien-ETFs historisch 6,5–7,5 % nominale Jahresrendite. Eine fremdfinanzierte Anlageimmobilie kann durch Hebel und AfA auf 8–15 % Eigenkapitalrendite nach Steuer kommen — bei höherem Klumpen­risiko, weniger Liquidität und deutlich mehr Aufwand. Die Wahl hängt von Eigenkapital, Anlagehorizont und Risikobereitschaft ab. Häufig ist die Antwort: beides.
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Sechs Dimensionen — gegenübergestellt

DimensionAnlageimmobilieETF (Aktien)
Erwartungsrendite p.a.3–6 % Mietrendite + Wertentwicklung; mit Hebel 8–15 % EK-Rendite6,5–7,5 % nominal global, ohne Hebel
Hebel60–100 % FK über Hypothekendarlehen, langfristig fixiertLombard/Margin möglich — aber mit Margin-Call-Risiko
SteuernPersönlicher Steuersatz auf Überschuss, AfA mindert; nach 10 Jahren steuerfrei (§ 23 EStG)25 % Abgeltungsteuer + Soli; Sparerpauschbetrag 1.000 €
Laufende Kosten15–25 % der Jahresmiete (Bewirtschaftung) + ZinsenTER 0,07–0,40 % p.a. — sonst nichts
Aufwand20–60 Stunden/Jahr<1 Stunde/Jahr
Liquidität3–9 Monate VerkaufszeitBörsentäglich, in Sekunden
DiversifikationKlumpen­risiko, ein Standort/Objekt1.500–9.000 Unternehmen weltweit

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Rechenbeispiel

100.000 € Eigenkapital — 30 Jahre

Vergleichsrechnung mit identischem Startkapital, 30 Jahre Halteperiode, historisch durchschnittlichen Annahmen.

VarianteAnnahmenEndwert nach 30 J.
ETF (MSCI World)100.000 € einmalig · 7 % p.a. nominal · 0,2 % TER~702.000 €
Immobilie 500.000 € (20 % EK)4 % Brutto­miete · 3,5 % Zins · 2 % Tilgung · 2 % Wert­steigerung · AfA 2 %~830.000 € EK-Wert
Kombi 50/5050.000 € ETF + 50.000 € EK auf 250.000 €-Immobilie~735.000 €

Rechenmodell vereinfacht — keine Sondereffekte (Mietausfall, größere Reparaturen, Anschluss­finanzierung), keine Inflation. Bei höherem Hebel und längerem Tilgungs­zeitraum kann die Immobilie deutlich überperformen, bei Mietausfall oder Zinsanstieg deutlich unterperformen.

Wann was passt

Drei Lebensphasen, drei Empfehlungen

  • Kapitalaufbau (Alter <40, EK < 50.000 €) — ETF-Sparplan ist meist überlegen: keine Hebel-Möglichkeit, kleine Beträge, hohe Flexibilität. Ein Sparplan auf MSCI World oder FTSE All-World ist die solide Basis.
  • Vermögensaufbau (40–55, EK 50.000–250.000 €) — Anlageimmobilie wird interessant, wenn Eigenkapital für 20 % einer Immobilie reicht, der Steuersatz hoch ist (AfA-Vorteil), und Selbstverwaltung möglich ist. Häufig sinnvoll: ETF-Basis + 1–2 Anlageimmobilien.
  • Vermögenserhaltung (55+) — Liquidität und Aufwand werden wichtiger. Immobilien können in REITs oder Immobilien-ETFs verlagert werden; Cashflow-Eigentum bleibt sinnvoll, aber neue Käufe selten.
Häufige Fragen

Immobilie vs. ETF — FAQ

Was rentiert mehr — Immobilie oder ETF?
Über 30 Jahre liefern global gestreute Aktien-ETFs (z. B. MSCI World) historisch 6,5–7,5 % nominale Jahresrendite — ohne Hebel. Eine fremdfinanzierte Anlageimmobilie kann durch den Hebel auf Eigenkapitalrenditen von 8–15 % nach Steuer kommen, allerdings mit höherem Risiko, geringerer Diversifikation und laufendem Aufwand. Die Antwort hängt vom Anlagehorizont, Eigenkapital, Risikobereitschaft und Lebensphase ab.
Wo sind die steuerlichen Unterschiede?
ETFs unterliegen der Abgeltungsteuer (25 % + Soli, ggf. Kirchensteuer) auf Dividenden und Veräußerungsgewinne — abzüglich Sparerpauschbetrag (1.000 €/Person/Jahr) und Teilfreistellung. Vermietete Immobilien zahlen den persönlichen Einkommensteuersatz auf Mietüberschüsse, dafür mindern AfA (2 %, 3 % oder 5 % degressiv) und Werbungskosten die Steuerlast. Nach der 10-Jahres-Spekulationsfrist ist der Verkaufsgewinn bei Privatpersonen steuerfrei — bei ETFs nicht.
Wie hoch ist der Hebel-Effekt bei Immobilien wirklich?
Bei 20 % Eigenkapital und 80 % Fremdkapital wird die Eigenkapitalrendite bei 4 % Mietrendite und 3,5 % Sollzins auf 6–10 % vor Steuer gehoben — abhängig von Tilgung. ETF-Investitionen mit Lombard- oder Wertpapierkredit erlauben nominell Hebel, aber die Margin-Logik (Margin Call bei Kursverlust) macht den Aktienhebel deutlich riskanter. Immobilien-Kredite sind langfristig fixiert, ETF-Lombards nicht.
Welche laufenden Kosten muss ich vergleichen?
ETF: 0,07–0,40 % TER pro Jahr, kein Aufwand. Immobilie: 15–25 % der Jahresmiete für Bewirtschaftung (Hausgeld, Instandhaltung, Verwalter, Mietausfall) + Zeit für Mieter, Reparaturen, Verwaltung. In Stunden gerechnet: Buy-and-Hold-ETF braucht etwa eine Stunde im Jahr. Eine Anlageimmobilie bindet 20–60 Stunden, je nach Mieterstruktur und Selbstverwaltung.
Wie liquide ist der Verkauf?
ETF-Anteile sind börsentäglich liquide und in Sekunden verkauft. Eine Immobilie braucht 3–9 Monate für einen ordentlichen Verkauf. Wer kurzfristig Kapital benötigt, sollte die Illiquiditäts­prämie der Immobilie als Risiko mit in den Renditevergleich nehmen.
Was ist riskanter — ETF oder Immobilie?
ETFs schwanken kurzfristig stark (-30 % bis -50 % möglich in Krisen), erholen sich aber historisch zuverlässig über 10–15 Jahre. Immobilien schwanken im Marktwert weniger sichtbar, das Klumpenrisiko ist aber höher: Eine Wohnung an einem Standort vs. 1.600 Aktien weltweit. Mietausfall, Sanierungs­überraschungen, Mietrechts­änderungen und Standort­risiken sind Immobilien-spezifisch und schwer zu diversifizieren.
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